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Rürup – Bedingungen an steuerliche Absetzbarkeit

Die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt, gibt es seit 2005 und sie ist wie die Riester-Rente eine weitere Form der Altersvorsorge, die staatlich gefördert wird. Interessant ist die Basisrente für alle, die eine hohe Steuerbelastung haben. Gerade für Selbständige ist sie die einzige Möglichkeit, steuergünstig fürs Alter vorzusorgen.

Der Gesetzgeber hat an dieses Produkt nun verschiedene Bedingungen geknüpft, damit die Rente ausschließlich zur Altersvorsorge eingesetzt wird.

  • so dürfen die Basisrentenverträge nicht beliehen, verschenkt, übertragen oder verpfändet werden
  • die Auszahlung darf erst ab dem 60. Lebensjahr erfolgen und das nur in Form einer monatlichen lebenslangen Leibrente
  • der Vertrag darf während der Laufzeit nicht gekündigt werden, ansonsten wird der Vertrag beitragsfrei gestellt
  • vor und nach Rentenbeginn sind keine Kapitalauszahlungen möglich
  • eine Hinterbliebenenabsicherung gilt nur für Ehepartner und kindergeldberechtigte Kinder bis zum 25. Lebensjahr

Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, wird der Tarif zertifiziert und erhält eine Zertifizierungsnummer. Voraussetzung für eine steuerliche Anerkennung der Beiträge sind ab 2010 diese zertifizierten Bedingungen. Diese Zertifizierungsnummer befindet sich auf der Beitragsbescheinigung, die der Kunde vom Basisrentenanbieter erhält. Das Finanzamt kann anhand dieser Nummer prüfen, ob der Basisrentenvertrag steuerlich förderfähig ist. Es ist jedoch noch wichtig zu wissen, dass bei der Zertifizierung des Vertrages lediglich festgestellt wird, ob die Vertragsbedingungen und die gesetzlichen Anforderungen des Anbieters erfüllt werden. Es wird nicht geprüft, ob der Basisrentenvertrag sich wirtschaftlich trägt und die Zusagen des Anbieters auch zu erfüllen sind.

Private Vorsorge ist wichtig

Heute leben die Menschen aufgrund des medizinischen Fortschritts länger und das ist auch gut so. Doch gerade im Alter steigen die Behandlungskosten. Dabei sind die gesetzlichen Rentenversicherungen schon längst an die Grenze der Belastbarkeit gestoßen. Das bedeutet, dass die Beiträge steigen müßten, um dieses Leistungsniveau auch halten zu können. Das wiederum wäre für die wirtschaftliche Entwicklung schädlich. Daher versucht man seit 1992 mit Rentenreformen, die Leistungen Stück für Stück zu kürzen. Mit der letzten Reform 2007 wurde nun das Rentenalter von 65 auf 67 angehoben, was ja eigentlich nur bedeutet, dass viele mit Abzüge in Rente gehen (sollen) oder gehen müssen. Kurzum – allein mit der gesetzlichen Rentenversicherung kommt heute keiner mehr aus. Wer also einen entspannten und komfortablen Ruhestand genießen möchte, sollte privat vorsorgen. Da gib es ja nun verschiedene Möglichkeiten, dass zu tun. Vom Staat sehr publiziert wird dabei die staatlich geförderte RiesterRente, in den Köpfen der künftigen Rentner ist das auch angekommen, denn die Nachfrage bei Riester-Verträgen steigt.

Ebenso wichtig wie die private Altersvorsorge ist die Absicherung vor Berufsunfähigkeit, was aber viele noch verdrängen. Denn wenn man Medienberichten glauben mag, trifft die Berufsunfähigkeit 20 % der Angestellten und 30 % der Arbeiter. Eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente gibt es nicht mehr, mit der Riesterreform fiel diese weg. Heute nennt man es eine Erwerbsminderungsrente, die aber nur ausgezahlt wird, wenn man nur noch unter 3 Stunden arbeiten kann.

Das sind große Herausforderungen für die Versicherer, die schon heute hochflexible und innovative Produkte anbieten müssen. Der Kunde möchte sich heute gegen vorzeitigen Tod, Verlust von Arbeitskraft oder Armut im Alter schützen, also Produkte, die sich immer den sich ändernden Lebensumständen anpassen.