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Informationsquelle Internet

Das Internet wird bei Geld- und Versicherungsangelegenheiten immer mehr zur wichtigsten Informationsquelle. Deutlich wird dies besonders bei Kfz-Versicherungen, wo 38 % der neuen Verträge bereits im Netz abgeschlossen werden. Aber auch bei anderen Versicherungszweigen, wie Kranken- oder Rechtsschutzversicherung, informieren sich viele erst einmal im Netz, als zu ihrem Versicherungsvertreter zu gehen.

Gerade in Bankgeschäften hat sich das World Wide Web etabliert. Zu nennen ist dabei das Online-Banking, wo es nicht mehr nur um Überweisungen oder Daueraufträge geht, sondern auch das Wertpapiergeschäft gewinnt an Bedeutung.  Vor dem Abschluss einer Geldanlage, wie z.B. Festgeld, Bausparvertrag, Aktien oder Fonds,  informiert man sich gern erst einmal im Internet. Dabei spielen Suchmaschinen oder Vergleichs- und Testseiten eine wichtige Rolle. Dort holt sich der Nutzer zum einen Informationen über das betreffende Unternehmen und zum anderen vergleicht er Leistungen und Konditionen der einzelnen Finanzprodukte. Auch bei Tagesgeld und Aktien erfolgen die Geschäfte schon oft per Mausklick – Tendenz steigend.

Abgeltungssteuer

30 % Abgeltungssteuer – 25 % Einkommenssteuer und 5,5 % Solibeitrag und evtl. Kirchensteuer – wurde zum 01.01.2009 in Deutschland eingeführt. Die Einkommenssteuerlast von 42 % für Spitzenverdiener galt bis 31.12.2008. Natürlich eine Reduzierung der persönlichen Steuerlast, aber auch die Abzugsfähigkeit der Werbungskosten wurde bei ledigen auf 801 Euro und bei Verheirateten auf 1.602 Euro p.a. gekürzt.

Bei Kapitaleinkünften ist es durchaus möglich, das diese jetzt abziehbaren Werbungskosten nicht einmal die entstandenen Vermögensverwaltung- und Depotführungsgebühren decken. Zusätzlich dürfen bei Kapitalanlagen, die über ein Darlehen finanziert wurden, die Zinsraten nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden. Die Anlage in Investmentfonds kann durch die Abzugsmöglichkeiten der Vermögensverwaltungskosten die Erträge steuerwirksam mindern. Unter Umständen kann eine vermögensverwaltende Kapitalgesellschaft die Lösung der Interessenkonflikte zwischen steuerlich optimierter Vermögensanlage und der Individualität des Einzelnen sein.

Kapitalgesellschaften legen das Vermögen den jeweiligen Vorstellungen des Anlegers entsprechend an und erreichen damit eine 95 %ige Steuerbefreiung der Erträge. Die Kosten für die Depot- und Vermögensverwaltung sind auf der Ebene von Kapitalgesellschaften steuerlich voll absetzbar. Die laufenden Erträge werden damit zum Großteil nicht mit Steuern belegt. Zinserträge unterliegen der Abgeltungssteuer. Erst wenn der Anteilseigner seine Anlage ausgezahlt bekommt, greift die Abgeltungssteuer. Es wird nun auch gleich diskutiert, ob vermögensverwaltende Kapitalgesellschaften als Finanzunternehmen einzuordnen sind.  Laut Vorschrift im Körperschaftssteuergesetz dürfen Finanzunternehmen nicht von der 95 %igen Steuerbefreiung profitieren.

Nachhaltig investieren und ein Anlagemix an Immobilien, Rohstoffe oder Festgelder sollte das Ziel einer vermögensverwaltenden Kapitalgesellschaft mit Blick auf die Steuerbelastung für bestimmte Erträge sein. Ein unabhängiges Vermögenscontrolling mit Steuerberater und Vermögensverwalter sind unbedingt erforderlich, um die steuerlichen Belange für den Investor zu erfüllen.

Islamic Banking und Mezzanine Finanzierung

Die arabische Finanzwelt „IslamicFinance“ richtet sich mit seinen Finanzgeschäftsmodellen streng nach dem Koran und der Scharia. Nach diesen religiös legitimierten Gesetzen des Islam gilt grundsätzlich ein Zinsverbot, Investition zur Alkohlherstellung und damit verbundenen Produkten. Weiter untersagt sind demnach die Investition in Schweinefleisch, Waffen, Erzeugnisse der Pornoindustrie und Wetten. Für Finanzinstitute gilt der Grundsatz, ohne eigenes Risiko darf es keine Rendite geben.

Mezzanine, ein Finanzierungsinstrument für handelsrechtliche und steuerrechtliche Vorteile für Finanzierungen mit Fremd- als auch Eigenkapital. Equity Mezzamine sind eigenkapitalähnlich in Form von stillen Beteiligungen oder wertpapierverbrieften Rechten oder Genußscheinen. Geringere gesetzliche Regulierungen mit flexiblen Finanzierungen z. B. für Rückzahlungsfestlegungen, Verzinsung, Gewinn- und Verlustrechnungsmöglichkeiten, Kündigungen und Laufzeiten bietet das Mezzanine Modell als Art Mischfinanzierung gegenüber dem Aktienkapital. Für wachstumorientierte Unternehmen mit Blick auf Mehrjahresplanung eine wichtige Option ist der festgelegte Zeitpunkt für eine Mezzanine Rückzahlung.

Konventionelle Finanzprodukte haben durch die Finanzmarktkrise mehr Kapital verloren, als die Islamic-Produkte. Es sollte also nichts dagegen sprechen, Anbiertern dieser Finanzierungsgruppe in Deutschland die Banklizenz zu erteilen. Das Risiko dieser Produkte tragen Anleger und Anbieter gemeinsam. Eine spezielle Form, der Kreditfinanzierung stellt die Murahabe dar. Das geltende Zinsverbot im Islam könnte diese Finanzierungsform für deutsche Immobilien interessant werden lassen. Das Kreditausfallrisiko liegt auf beiden Seiten und zu beachten das geltende Zinsverbot. Fällig wird aber in Deutschland die Grunderwerbssteuer.

Eine andere Beteiligungsform ist Musharaka, eine Art Joint-Venture. Dabei werden Gewinn und Verlust zu gleichen Teilen dem Investor und Kapitalnehmer gutgeschrieben.

Bausparen und Wohnriester

Das Bausparen, ein seit über 80 Jahren altes Anspar- und finanzierungssystem, für den bodenständigen Deutschen, eine sichere Vorsorge. Durch die Bausparkassen schaffen sich die Sparer in einem geschlossenen Kreislauf selbst die Basis für ein Darlehen, mit ihren Einlagen. So verzeichnete die Branche für 2008 ein Rekordjahr. Das zweitbeste Neugeschäft mit 62,8 Milliarden Euro erzielten die privaten Bausparkassen. An Baugeldern wurden rund 31 Milliarden Euro ausgezahlt. Der Erfolg der zehn öffentlichen Bausparkassen ist nicht mit eingerechnet.

Nicht nur die Folgeerscheinungen der Krise trugen zum Erfolg der Bausparkassen bei. Die beschlossene Änderung der Wohnungsbausprämie zum Ende 2008 brachte ein klassisches Jahresendgeschäft. Seit 2009 muss die Wohnungsbeuprämie und damit die staatliche Förderung für eine wohnwirtschaftliche Verwendung, also Bau, Modernisierung, Kauf oder Renovierung genutzt werden. Die ehemalige flexible Regelung gilt nur noch für Bausparer, die jünger als 25 Jahre sind. Für Bausparverträge ist ebenfalls die Abgeltungssteuer neu.

Das seit Mitte 2008 geletende Eigenheimrentengesetz mit den ab November 2008 angebotenen Wohn-Riester-Bausparverträgen gab dem Neugeschäft nochmals einen Wachstumsschub. Die Förderungen mit Wohnrister gelten für den Kauf von Eigentumswohnungen, den neubau, selbst für die Entschuldung des selbst genutzten Eigenheims oder den Erwerb von Anteilen bei der Genossenschaft. Nur Mehrfamilienhäuser sind ausgeschlossen. Förderungsvarianten sind der Bausparvertrag, das Anuitätendarlehen und der Kombinationsvertrag (Bankvorausdarlehen mit Tilgungsaussetzung über Bausparvertrag). Vor Vertriebsbeginn müssen die Produkte von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zertifiziert werden. Wohn-Riester ist nach Meinung der Experten sehr unflexibel. Das Produkt sei so kompliziert, und wohl auch deshalb nicht so oft in der Beratung. Vermutlich wird es auch hier in den nächsten jahren gesetzliche Anpassungen geben. Riester wird im allgemeinen gut vom Kunden angenommen. Davon sollte auch der WohnRiester profitieren können. Es wird bereits an einer technischen Unterstützung gearbeitet, die es dem Berater einfacher macht, die vorteile und den Verlauf von Wohnriester zu erläutern. Durch die komplexen Regelungen können Haftungsfallen entstehen. Mit einer detaillierten Dokumentation und leistungsstarker Software soll die Unsicherheit in der Vermittlung beseitigt werden.

Die Bausparkassen waren immer im Geschäft. Das belegen die Zahlen der Bausparsummen von über 500 Milliarden Euro in den letzten 20 Jahren. Aber die Angst vor Arbeitslosigkeit wird auch die Ergebnisse bei den Bausparverträgen sinken lassen. Wer den Kunden gut berät, bindet ihn langfristig mit der Baufinanzierung an sich. Auf der Wunschliste stehen die eigenen vier Wände noch immer ganz oben.

Bei Wohnriester ist unbedingt zu beachten, dass der Hausbesitzer seine Immobilie selbst nutzt. Sie darf nicht vermietet werden. Es gilt im Ruhestand eine Haltefrist von 20 Jahren. Wird dann verkauft, kann mit dem Kapital ein Dauerwohnrecht im Seniorenheim oder eine Genossenschaftswohnung erworben werden. Ein heikles thema bei WohnRiester sind auch Umzug, Tod und Scheidung.

Denkmalschutz und Immobilien

Denkmalgeschützte Immobilen erleben derzeit eine wiederentdeckte Nachfrage. Aus Anlegersicht ein lohnender Sachwert mit Steuerkick durch erhöhte Abschreibungsmöglichkeiten für Sanierungs- und Renovierungskosten. Staatliche Fördermöglichkeiten, der knappe Wohnraum in den Ballungsgebieten bieten gute Rahmenbedingungen für die Anlageimmobilien.
Denkmalprojekte in der eigenen Nachbarschaft erscheinen manchen Käufer recht attraktiv. Etwa 50 Prozent der Käufer sind Eigennutzer.

Die Anzahl zur Verfügung stehender Objekte ist beschränkt. Die Vermarktung der unter Denkmalschutz stehenden Objekte ist klar definiert. Zielgruppen sind Kunden im Spitzensteuerbereich. So ist es heute selbst für gut etablierte Unternehmen nicht einfach von den Banken eine Baufinanzierung gewährt zu bekommen. Kritisch wird von den Banken geprüft, um zu verhindern, daß zu viele Anbieter auf den Markt gelangen.

Durch die günstigen Rahmenbedingungen erhöht sich die Vermittlung von Immobilien als Kapitalanlage.
Anleger mit ausreichend hohem und sicherem Einkommen für einen langen Zeitraum, müssen gute Investitionsmöglichkeiten für Immobilien geboten werden.

Die andere Möglichkeit ist in Bestandsimmobilien oder Beteiligungen zu investieren.

Für den Projekterfolg im Immobilienbereich sind Kriterien wie Lage und Qualität der Sanierung maßgebend.
Denkmalobjekte und Denkmalschutzbehörde, Finanzamt und Eigentümer geraten in Steuerstreitigkeiten, ob ein Denkmalobjekt förderwürdig ist oder nicht. Die Denkmalschutzbehörde die für Erhaltung des Bauwerkes verantwortlich ist, erteilt die Bescheinigung, dass die erforderlichen Baumaßnahmen für den Erhalt des Denkmals nötig sind. Die Finanzbehörde verweigert dann aber den Steuervorteil, insbesondere bei Dachgeschoßwohnungen, die vorher nicht zu Wohnzwecken ausgebaut waren.

Rund 850.000 historische Bauten in Deutschland gibt es. Lohnenswert ist es doch, die zu Teil guten Standorte und ein weites Stück kulturelles Erbe zu erhalten.

Die Senkung des Spitzensteuersatzes wird durch hohe Abschreibungsmöglichkeiten erreicht. Denkmalobjekte werden zu Anlagen mit überdurchschnittlichen Renditen durch momentan niedrigem Zinsniveau.