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Geldanlage in Immobilien und Immoblienfonds

Die Zeichen stehen auf Aufwind für die Immobilienaktien und Reit’s in Deutschland. Ende der 90er Jahre gaben Experten den offenen Immobilienfonds nur wenig Chancen. Sie sahen bessere Aussichten in Börsengängen von Immobilienunternehmen mit vielen Milliarden Euro Marktkapitalisierung.Vom damaligen Aktienrausch in Deutschland profitierte auch die Immobilienaktie. Ein Drittel der Marktkapitalisierung gingen im Jahr 2000 verloren. Sie konnten sich der Aktienbaisse nicht entziehen.  Bei nur knapp 7 Milliarden Marktkapitalisierung stand der Wert Ende 2004, während es noch 1999 15,3 Milliarden Euro waren.

Das angebliche „Auslaufmodell“ offene Immobilienfonds hingegen legte so kräftig zu wie noch nie zuvor. Von 2001 bis 2003 legten Deutsche Kapitalanleger 36 Milliarden Euro in die klassische Form der indirekten Immobilienanlage Gelder an. In Aktien im Immobiliengeschäft wollte kein Deutscher mehr anlegen.

Ihren Weg an die Börse zurück fanden die Immobilienaktien im Herbst 2004. Bis 2007 kletterte der Dimax um 128 %. In dieser zeit wurden wieder die Stimmen lauter die an offenen Immobilienfonds das „Aus“ vorhersagten.  Immobilienaktien und besonders die per Gesetz ab 23. März 2007 eingeführten Reit’s in Deutschland, würden die offenen Immobilienanlagen als indirekte Anlage ablösen, dachten damals viele Beobachter. Den Anlegern sollte in dieser zeit mit Zertifikaten ermöglicht werden, am Boom der Immobilienaktie zu verdienen. Die zahlreichen Immobilienaktienfonds machten es privaten Anlegern schwer, Durchblick zu erhalten. Endlich kamen wieder die Zeiten, in denen man mit Immobilienaktien Geld verdienen kann. Um etwa 32 Prozent haben diese Aktien bis heute zugelegt und es werden noch weiter steigende Kurse erwartet. Es wird eine Marktbereinigung kommen, in der Aktien mit klaren Standards und überzeugenden Geschäftsbedingungen von sogenannten „Luftnummern“ getrennt werden.

So kam schon Ende Mai die Insolvenz der Deutschen Beamtenvorsorge Immobilienholding. Als Vorreiter in Sachen Immobilienaktien gab es imUnternehmen schon immer Unübersichtlichkeit, Undurchsichtigkeiten und große Interessenkonflikte. Inzwischen sind offene Immobilienfonds gesetzlich gezwungen, sich transparent zuziegen. Sie müssen Mieten und Verkehrswerte auf Einzelobjekte veröffentlichen. Die börsenorientierten Immobilienaktiengesellschaften geben diese wichtigen Angaben für Analysten nicht. In Deutschland liegt mit 34,7 Prozent diese Transparenz am niedrigsten. Mit 72,5 % sind die Niederlande an der Spitze, gefolgt von Großbritanien (50,1 %) und Frankreich (42,6 %).

Eine Veränderung in der Börsenlandschaft für Immobilien wird kommen. Insbesondere die REIT’s werden kommen. Siekamen nach endlosen Debatten zum falschen Zeitpunkt, genau in dem Moment, als die Baisse bei den deutschen Immobilienaktien voll gegriffen hat. Der besondere Anreiz für REIT’s ist die Befreiung  von der Körperschaftssteuer. Um diesen Reit-Status zuerreichen, müssen bestimmte vom Gesetzgeber festgelegten Kriterien eingehalten werden. Sie sind untereinander vergleichbar. Hohe Dividendengewinne sind im Mutterland derREIT’s (USA) ein wichtiger Grund für Aktionäre, zu investieren. In Deutschland hingegen werden kaum Dividenden gezahlt.

Langfristig gesehen wird es in einigen Jahren neue Börsengänge geben. Die REIT’s werden an Bedeutung eben durch ihre Transparenz gewinnen und Gesellschaften mitunklaren Geschäftsmodellen werden vom Markt  verschwinden. Beim Verkauf von Immobilienbeständen an REIT’s sollte das auf 2 Jahre  befristete Steuerprivileg dringend vom Gesetzgeber überprüft werden.

Flatrate statt Fonds-Sparen

Die Fondsgesellschaft Pioneer startete zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut OmniQuest eine repräsentative Umfrage, wonach die Deutschen mehr über ihre Mobilfunkverträge wissen als über langfristige Geldanlagen. Von den 800 befragten Personen wußten 74 % mehr über Flatrate als über Fondssparplan Bescheid. Bei den jungen Leuten wußten nur etwa 38 % wie ein solcher Fonds-Sparplan funktioniert. Gerade die 25- bis 29-Jährigen können mit dem Thema Vermögensaufbau wenig anfangen. Erschreckend ist auch, dass in dieser Altersgruppe die private Vorsorge für das Alter kaum eine Rolle spielt.

Dabei kann man schon mit 25 Euro monatlich mit einem Fonds-Sparplan ein beachtliches Vermögen aufbauen. Auch hier gilt, je früher man damit anfängt, um so mehr kann man profitieren. Berechnungen des BVI haben ergeben, dass ein 25-Jähriger nur knapp 55 Euro sparen muss, um im Alter von 65 Jahren bei einer Rendite von 6 % 100.000 Euro angespart zu haben. Ein 40jähriger muss für das gleiche Sparziel 155 Euro im Monat zahlen.

33 % der Befragten verfügen über gar keine private Altersvorsorge. Auch wer einen Altersvorsorgevertrag besitzt, bemüht sich beim Vermögensaufbau nicht mehr als bei der Auswahl des Mobilfunkvertrages. 22 % der 25- bis 29-Jährigen benötigen für die Auswahl und den Abschluss ihres Altersvorsorgevertrages nur einen Tag. Genauso schnell, nämlich 25 %, war diese Altersgruppe bei der Auswahl ihres Mobilfunkvertrages. Doch die junge Generation unterscheidet sich in dieser Hinsicht nicht viel von den Älteren. Bei den 50- bis 60-Jährigen benötigten etwas mehr als 20 % nur einen Tag für die Unterschrift ihres Vorsorgeantrages.

Das eine finanzielle Vorsorge für’s Alter wichtig ist, scheint in den Köpfen der Menschen nocht nicht ganz angekommen zu sein.