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Staatsschulden

Die deutsche Staatsverschuldung wird 2010 um 4,481 Euro pro Sekunde steigen, so rasant wie nie zuvor. Der bund der Steuerzahler hat der Politik ein Papier mit 24 Mrd. Euro Sparmöglichkeiten vorgelegt. Sparmöglichkeiten gibt es insbesondere im Sektor der Subventionen, der Personal- und Verwaltungskosten und auch bei den Arbeitsmarktprogrammen. Für 2010 will der Bund 100,3 Mrd. Euro neue Schulden aufnehmen. Für den haushalt sollen es 85,8 Mrd. Netto sein, weitere 14,5 Mrd. Verschuldung für den Finanzstabilisierungsfonds und die Länder und Kommunen werden Nettokredite von 41 Mrd. Euro benötigen. 63,2 Mrd. Euro werden schätzungsweise die Zinslasten von Bund, Ländern und Kommunen betragen. Ein konsequenter Sparkurs aller öffentlichen Haushalte ist zwingend notwendig.

Solange der Euro stabil ist, werden ausländische Investoren Vertrauen in Deutschland haben. So kann weiterhin die zunmehmende Staatsverschuldung, wenigstens zum Teil, über Auslandskredite finanziert werden. Sonst bleibt nur die Möglichkeit, Zinsen zu erhöhen oder den Konsum im Inland zu drosseln, natürlich mit Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum. Extrem betrachtet kann dadurch eine Finanzkrise entstehen.

Vor der Einführung des Euro mußten die 1992 im Maastrich-Vertrag festgelegten EU-Kriterien von allen Ländern der Euro-Zone erfüllt sein.

  • max. 3 % des BIP Haushaltdefizit
  • nicht überschritten werden darf die Gesamtverschuldung mit 60 % des BIP (Schulden aus Lieferungen und Leistungen zählen z.B. nicht mit)

Den über Kredite finanzierten Teil des Staatshaushaltes bezeichnet man als Neuverschuldung. Bruttoneuverschuldung (Bruttokreditaufnahme) sind alle neu aufgenommenen Verbindlichkeiten eines bestimmten Zeitraumes. Die differenz der staatlichen Schulden zwischen zwei Zeiträumen ist die Nettoneuverschuldung (Nettokreditaufnahme), also die Bruttoneuverschuldung abzüglich der im gleichen Zeitraum getilgten, alten Verbindlichkeiten.

Vorausberechnungen zufolge werden in den Jahren 2010 bis 2013 mehr als 300 Mrd. Euro an Steuereinnahmen fehlen.

Abgeltungssteuer

30 % Abgeltungssteuer – 25 % Einkommenssteuer und 5,5 % Solibeitrag und evtl. Kirchensteuer – wurde zum 01.01.2009 in Deutschland eingeführt. Die Einkommenssteuerlast von 42 % für Spitzenverdiener galt bis 31.12.2008. Natürlich eine Reduzierung der persönlichen Steuerlast, aber auch die Abzugsfähigkeit der Werbungskosten wurde bei ledigen auf 801 Euro und bei Verheirateten auf 1.602 Euro p.a. gekürzt.

Bei Kapitaleinkünften ist es durchaus möglich, das diese jetzt abziehbaren Werbungskosten nicht einmal die entstandenen Vermögensverwaltung- und Depotführungsgebühren decken. Zusätzlich dürfen bei Kapitalanlagen, die über ein Darlehen finanziert wurden, die Zinsraten nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden. Die Anlage in Investmentfonds kann durch die Abzugsmöglichkeiten der Vermögensverwaltungskosten die Erträge steuerwirksam mindern. Unter Umständen kann eine vermögensverwaltende Kapitalgesellschaft die Lösung der Interessenkonflikte zwischen steuerlich optimierter Vermögensanlage und der Individualität des Einzelnen sein.

Kapitalgesellschaften legen das Vermögen den jeweiligen Vorstellungen des Anlegers entsprechend an und erreichen damit eine 95 %ige Steuerbefreiung der Erträge. Die Kosten für die Depot- und Vermögensverwaltung sind auf der Ebene von Kapitalgesellschaften steuerlich voll absetzbar. Die laufenden Erträge werden damit zum Großteil nicht mit Steuern belegt. Zinserträge unterliegen der Abgeltungssteuer. Erst wenn der Anteilseigner seine Anlage ausgezahlt bekommt, greift die Abgeltungssteuer. Es wird nun auch gleich diskutiert, ob vermögensverwaltende Kapitalgesellschaften als Finanzunternehmen einzuordnen sind.  Laut Vorschrift im Körperschaftssteuergesetz dürfen Finanzunternehmen nicht von der 95 %igen Steuerbefreiung profitieren.

Nachhaltig investieren und ein Anlagemix an Immobilien, Rohstoffe oder Festgelder sollte das Ziel einer vermögensverwaltenden Kapitalgesellschaft mit Blick auf die Steuerbelastung für bestimmte Erträge sein. Ein unabhängiges Vermögenscontrolling mit Steuerberater und Vermögensverwalter sind unbedingt erforderlich, um die steuerlichen Belange für den Investor zu erfüllen.

Goldkurs weiterhin auf Rekordhoch

Nach Meinung der Deutschen Bank ist Gold weiterhin auf Rekordkurs. Man geht sogar davon aus, dass der Kurs in den nächsten 3 Monaten weiter steigt. Man hält einen Preis von 1.350 US-Dollar für realistisch. Zur Zeit liegt der Kurs für eine Feinunze bei 1.291 US-Dollar. Erst auf  längere Sicht gesehen wird mit einer Schwächung gerechnet.

Gerade in der Zeit der Finanzkrise, da viele Anleger verunsichert sind, wird Gold als sichere Anlage betrachtet. Dazu ChefvolkswirtDr. Marco Bargel:

„Zuerst haben die Bankenkrise und die inzwischen überstandene Rezession den Goldpreis nach oben getrieben, dann hat das explodierende griechische Haushaltsdefizit und die davon ausgehende EWU-Verschuldungskrise die Unsicherheit an den Finanzmärkten erhöht.“

Da zum gleichen Zeitpunkt auch die Zinsen niedrig waren, haben viele Anleger ihr Glück mit Gold versucht und das Risiko wurde bislang belohnt. Gold wird immer noch als Schutz vor Inflation und als Wertanlage gesehen.

Die Angst vor einer Geldentwertung ist lt. Analyse der Postbank unbegründet. Zur Zeit wird vereinzelt sogar von Deflation gesprochen, das das Wirtschaftswachstum in den Industrieländern ins Stocken geraten ist. Die Ökonomen schließen eine Inflation im Moment aus.

Aufgrund des steigenden Goldpreises hat die Nachfrage nach Schmuck nachgelassen. Der höhere Angebotspreis hatte allerdings zur Folge, das das Angebot an Altgold stieg. Die Goldminenproduktion konnte im Vergleich zum Vorquartal deutlich gesteigert werden.

Islamic Banking und Mezzanine Finanzierung

Die arabische Finanzwelt „IslamicFinance“ richtet sich mit seinen Finanzgeschäftsmodellen streng nach dem Koran und der Scharia. Nach diesen religiös legitimierten Gesetzen des Islam gilt grundsätzlich ein Zinsverbot, Investition zur Alkohlherstellung und damit verbundenen Produkten. Weiter untersagt sind demnach die Investition in Schweinefleisch, Waffen, Erzeugnisse der Pornoindustrie und Wetten. Für Finanzinstitute gilt der Grundsatz, ohne eigenes Risiko darf es keine Rendite geben.

Mezzanine, ein Finanzierungsinstrument für handelsrechtliche und steuerrechtliche Vorteile für Finanzierungen mit Fremd- als auch Eigenkapital. Equity Mezzamine sind eigenkapitalähnlich in Form von stillen Beteiligungen oder wertpapierverbrieften Rechten oder Genußscheinen. Geringere gesetzliche Regulierungen mit flexiblen Finanzierungen z. B. für Rückzahlungsfestlegungen, Verzinsung, Gewinn- und Verlustrechnungsmöglichkeiten, Kündigungen und Laufzeiten bietet das Mezzanine Modell als Art Mischfinanzierung gegenüber dem Aktienkapital. Für wachstumorientierte Unternehmen mit Blick auf Mehrjahresplanung eine wichtige Option ist der festgelegte Zeitpunkt für eine Mezzanine Rückzahlung.

Konventionelle Finanzprodukte haben durch die Finanzmarktkrise mehr Kapital verloren, als die Islamic-Produkte. Es sollte also nichts dagegen sprechen, Anbiertern dieser Finanzierungsgruppe in Deutschland die Banklizenz zu erteilen. Das Risiko dieser Produkte tragen Anleger und Anbieter gemeinsam. Eine spezielle Form, der Kreditfinanzierung stellt die Murahabe dar. Das geltende Zinsverbot im Islam könnte diese Finanzierungsform für deutsche Immobilien interessant werden lassen. Das Kreditausfallrisiko liegt auf beiden Seiten und zu beachten das geltende Zinsverbot. Fällig wird aber in Deutschland die Grunderwerbssteuer.

Eine andere Beteiligungsform ist Musharaka, eine Art Joint-Venture. Dabei werden Gewinn und Verlust zu gleichen Teilen dem Investor und Kapitalnehmer gutgeschrieben.

Nachhaltiges Altersvorsorgekonzept der Canada Life

Finanzkrise und Globalisierung der Umwelt haben die Sicht auf Kapitalanlagen verändert. Die staatlichen Stabilisierungsprogramme sind darauf ausgerichtet, auf nachhaltiges Wirtschaften umzustellen.

Kunden wünschen auch bei der Altersvorsorge Angebote, die dem Bewußtsein von Umweltschutz und sozialen Kriterien entsprechen. Nachhaltige Fonds entstehen für Kunden, die ihre Geldgeschäfte entscheidend im Einklang mit ihrem Weltbild und ihrer Lebenseinstellung abschließen möchten. 

 Der Fonds „Aktien Chance Verantwortung“ von Canada Life bietet diese Kriterien für eine nachhaltige Altersvorsorge. Unternehmen, die in ethischen Bereichen, wie Menschenrechte, Unternehmensethik, Tierschutz und Umwelt hohe Anforderungen erfüllen, werden für diese Aktienfonds berücksichtigt. Andere Unternhemen, die Korruption oder die Verletzung der Menschenrechte dulden, haben für die nachhaltigen Fonds keine Chance. Genauso wenig wie Besitzer von Atomkraftwerken und Unternehmen, die Tierversuche für die Kosmetikindustrie durchführen. Aktien von Unternehmen, die Nuklear- und Feuerwaffen oder Bomben herstellen, sind absolut ausgeschlossen.

Seit September 2009, als der Aktienfonds „Aktien Chance Verantwortung“ aufgenommen wurde, sind darin etwa 100 Aktientitel mit Investitionen in Qualitätsunternehmen der unterschiedlichsten Branchen. Qualität bedeutet hier niedriges Kurs-Gewinnverhältnis, hohe Dividendenrendite und die Erfüllung ethischer Normen.

Eine gute Sache, für die hoffentlich in Zukunft „glückliche heile Welt“.